16.09.2012

Innocence of the Muslims

Brandstifter im Namen Jesu und Mohammed

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Dabei ist das perfideste an dem Film noch nicht einmal sein Inhalt, sondern seine Entstehung und Verbreitung.

Hinter dem Film steckt Nakoula Basseley Nakoula ein kopitischer Christ, der in den USA lebt. Ein verurteilter Betrüger, der zunächst versuchte, sich hinter dem Decknamen Sam Bacile zu verbergen. Zudem gab er sich als jüdischer Autor und Regisseur aus, der in Israel geboren sei. Dumm nur, dass es von ihm in Israel keine Akte mit dem Namen Bacile gab. Nicht nur, dass Nakoula Hass unter Muslimen produziert, sondern ihn auch noch bewusst auf Israel und die Juden projiziert.

Und nicht nur die Kollegen von AP hat er versucht, für Dumm zu verkaufen. Auch die Laiendarsteller sollen nicht gewusst haben, was sie da eigentlich spielten. Nakoula hatte keine Skrubel, sie für sein Propagandamaterial zu missbrauchen. Gecastet wurde die Crew für ein Filmprojekt mit dem Namen Desert Worrior. Auch hieß die Hauptfigur nicht Mohammed, sondern Master oder George.

Und tatsächlich, immer wenn im Film Abschnitte mit Begriffen wie Koran, Islam oder Mohammed auftauchen wechselt kurz die Stimme des Sprechers. Ein anderer Trick: Nicht das Gesicht des Sprechers, sondern das des Zuhörers wird gezeigt.

Die 80 Darsteller und Set-Arbeiter wurden also wissentlich hinters Licht geführt. Einer der Beteiligten, ein radikal-christlicher Aktivist namens Steve Klein, sagte dem Rechercheteam von AP: „Wir sind da rangegangen mit dem Wissen, was wahrscheinlich passieren würde.“ Herzlichen Glückwunsch: Hier reichen sich Fundamentalisten der beiden größten Weltreligionen gegenseitig Öl und Feuerzug, um einen globalen Flächenbrand zu setzen.

Geistige Brandstifter sind nicht nur die Filmemacher um Nakoula, der jetzt aufgeflogen und in Kalifornien verhaftet wurde – wegen Verletzung seiner Bewährungsauflagen.

Auch der amerikanische Hassprediger Terry Jones zündelt gerne. Im März 2011 hat Jones in seiner Kirche einen Koran in Kerosin getränkt und verbrannt. Die Videoaufnahmen von der Koranverbrennung gingen um die Welt. Es folgten schwere Ausschreitungen, bei denen sechs UN-Mitarbeiter in Afghanistan starben.

Das scheint Jones wohl sehr gut mit seinem Gewissen vereinbaren zu können. Denn auch im Fall dem Mohammed-Schmähfilmes hat er kräftig mitgezündelt. Erst als er das You-Tube-Video auf seine Webseite stellte, stiegen die Klickzahlen und damit auf die weltweite Aufmerksamkeit.

Nun wollten die rechtspopulistischen Islamhasser von Pro Deutschland Terry Jones einladen, um mit ihm über den Film zu „diskutieren“. Innenminister Friedrich verweigert dem evangelikalen Pfarrer jedoch die Einreise.

Um abzuschließen: Natürlich rechtfertigt der Film keine Gewalt. Aber seine Macher sind mitverantwortlich, weil sie sich der möglichen Konsequenzen bewusst waren und damit genauso über Leichen gehen, wie jene Aufgebrachte oder Instrumentalisierte, die eine Botschaft anzünden.